The United Nations University (UNU) is the academic arm of the United Nations (UN). It
bridges the academic world and the UN system. Its goal is to develop
sustainable solutions for current and future problems of humankind in all
aspects of life. Through a problem-oriented and interdisciplinary approach it
aims at applied research and education on a global scale. UNU was founded in
1973 and is an autonomous organ of the UN General Assembly. The
University comprises headquarters Tokyo, Japan, and more than a dozen Institutes
and Programmes worldwide.
Pressemitteilung: Hochwasser - Gibt es Schutz für Kommunen?
Die Universität der Vereinten Nationen (UNU) und das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BBK) haben die Studie "Indikatoren zur Abschätzung von Verwundbarkeit und
Bewältigungspotenzialen am Beispiel von wasserbezogenen Naturgefahren in
urbanen Räumen“ am 3. Mai 2011 im Wissenschaftszentrum Bonn vorgestellt. Zu den über 30 Teilnehmern zählten Vertreter des Ministeriums für
Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen, verschiedener Kommunen und des Technischen Hilfswerks.
Als am 3. Juli 2010 das Fußballspiel Argentinien-Deutschland in
Südafrika angepfiffen wurde, ahnte niemand in der Gemeinde Wachtberg bei
Bonn, dass er dieses Spiel nicht bis zum Ende verfolgen würde. Gegen 16
Uhr erreichte eine Unwetterfront die Gemeinde. In wenigen Minuten
schwoll das kleine Quellrinnsal „Mehlemer Bach“ zu einem Fluss an, der
auf seinem Weg bis zur Mündung in den Rhein von plätschernden 20 cm Höhe
auf über drei Meter Sturzflutwelle anwuchs, Brücken zerstörte, Häuser
überflutete und Tanks aus der Verankerung riss.
Solche Ereignisse werfen Fragen auf: Wie können Gemeinden solchen
Extremereignissen vorbeugen und sie bewältigen? Wie kann man die
Anfälligkeit messen und Schutzmaßnahmen bewerten? Deshalb hat das
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) das Projekt
„Indikatoren zur Abschätzung von Verwundbarkeit und
Bewältigungspotenzialen am Beispiel von wasserbezogenen Naturgefahren in
urbanen Räumen“ in Auftrag gegeben. Das Institut für Umwelt und
menschliche Sicherheit der Universität der Vereinten Nationen (UNU-EHS)
in Bonn hat in einem Zeitraum von drei Jahren die Studie durchgeführt.
Bei der Vorstellung der abschließenden Studie zum Projekt sagte
Christoph Unger, Präsident des BBK: „Unser Bundesamt versteht sich als
Dienstleister für Bund, Länder und Kommunen. Die in Deutschland
auftretenden Katastrophen sind fast ausschließlich wetterbedingt. Der
Klimawandel wird voraussichtlich die Intensität und Häufigkeit von
Extremwetter – und hier im Besonderen Hochwasser – erhöhen. Das BBK
befasst sich sehr intensiv mit dem Risiko- und Krisenmanagement in
diesem Bereich.“ Dr. Jörn Birkmann, Leiter der Abteilung
„Verwundbarkeitsabschätzung, Risikomanagement und adaptive Planung“ bei
UNU-EHS führte aus: „Mit dieser Arbeit wollen wir vor allem
Entscheidungsträgern und Praktikern in den Kommunen eine Hilfe an die
Hand geben und das abstrakte Thema der Verwundbarkeit für zentrale
Aufgaben wie z.B. den Schutz Kritischer Infrastrukturen mit konkreten
Methoden fassbar machen. Wir dürfen nicht vergessen, dass Hochwasser
natürliche Prozesse sind. Erst die Verwundbarkeit zum Beispiel von
Städten oder Infrastrukturen kann dazu führen, dass diese Ereignisse
eine Katastrophe auslösen“.
Das mit 415.000 Euro finanzierte Projekt „Indikatoren zur
Abschätzung von Vulnerabilität und Bewältigungspotenzialen am Beispiel
wasserbezogener Naturgefahren in urbanen Räumen“ startete im Jahr 2007
und wurde im Jahr 2010 abgeschlossen. Ergebnisse des Projektes sind ein
Leitfaden für die praktische Anwendung und eine Studie. Beide sind in
einer BBK-Buchreihe veröffentlicht, der Leitfaden in „Praxis im
Bevölkerungsschutz“ und „Forschung im Bevölkerungsschutz“. Insbesondere
der Leitfaden bietet nicht nur Wissenschaftlern und den Beispielkommunen
Anregungen, sondern dient gerade dazu, wichtige Projektergebnisse auch
für andere Städte und Regionen nutzbar zu machen.
Im November 2009 wurde ein Folgeprojekt gestartet: „Kritische
Infrastruktur, Bevölkerung und Bevölkerungsschutz im Kontext
klimawandelbeeinflusster Extremwetterereignisse“. Auftraggeber ist auch
hier das BBK. Das Bundesamt investiert 440.000 Euro. Die Koordination
der Projektpartner liegt bei der UNU. Die Ergebnisse werden 2012
erwartet.
Hintergrund
Über das BBK
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)
wurde 2004 als zentrales Organisationselement für die Zivile Sicherheit
gegründet. Es ist Teil der „Neuen Strategie zum Schutz der Bevölkerung
in Deutschland“, die 2002 beschlossen wurde. Alle Bereiche der Zivilen
Sicherheitsvorsorge berücksichtigt das BBK fachübergreifend und
verknüpft sie zu einem wirksamen Schutzsystem für die Bevölkerung und
ihre Lebensgrundlagen. Das BBK ist eine Fachbehörde des
Bundesministeriums des Innern (BMI), die auch andere Bundes- und
Landesbehörden bei der Erfüllung ihrer Aufgaben im Bevölkerungsschutz
kompetent berät und unterstützt. www.bbk.bund.de
Über UNU-EHS
Die Universität der Vereinten Nationen (UNU) ist der akademische
Arm der UN. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen nachhaltige Lösungen für die
Menschheitsprobleme. UNU wurde 1973 gegründet mit Hauptsitz in Tokyo,
Japan. Weltweit gibt es über ein Dutzend Institute. In Deutschland
(Bonn) unterhält UNU seit 2003 das Institut für Umwelt und menschliche
Sicherheit. UNU-EHS forscht zu Fragen der Verwundbarkeit von
Gesellschaften und Städten gegenüber Hochwasserereignissen, u.a. in
Vietnam, Sri Lanka, Russland, Serbien und Deutschland. www.ehs.unu.edu